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Gastkolumne

Sie schneiden – wir föhnen!

Dominic Kottke, erlernte die Kunst der Haare 2004. Seine Trainerausbildung legte er 2009 bei der Friseurakademie Kertu ab. Seitdem lehrt er deutschlandweit Beratung, Coloration, Schnitt und Styling im Auftrag von L’Oréal und Kertu. 2015 eröffnete er seinen ersten Salon in Stuttgart.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich die Bedürfnisse der Menschen in kurzer Zeit grundlegend ändern. Wie Pilze sind vor einigen Jahren Friseurläden aus dem Boden geschossen, die nach dem Motto „Quick and Dirty“ schnelle Umsätze machen wollten. Es ging sogar soweit, dass Kollegen nur noch geschnitten haben. Die Haare trocknen musste sich der Kunde selbst. Wer das macht, hat das „große Ganze“ des Friseurhandwerks nicht verstanden und kann seine Kunden eigentlich auch gleich noch selbst schneiden lassen. So wie in Reparatur-Cafés oder Mietwerkstätten zum Selberschrauben.

Glücklicherweise hat sich die Einstellung der Kunden nie so wirklich darauf eingelassen. Und auch Männer nehmen sich immer mehr Zeit für ihr Aussehen. Früher: Haare schneiden, fertig, los. Heute: Der Mann nimmt sich beim Frieur eine Auszeit. Frauen haben diese kleine Luxus-Oase schon länger für sich entdeckt. Schließlich sind ihre Haare auch eines der wichtigsten Accessoires. Okay, sie brauchen sowieso länger. Allein schon weil sie sich oft ihre Haare oder Strähnchen färben lassen. Klar gibt’s auch Männer, die sich ebenfalls die Haare färben lassen. Aber es sind natürlich eindeutig mehr Frauen. Was soll der Mann also beim Friseur noch machen, außer sich die Haare schneiden und eventuell färben zu lassen?

Wenn man sich den Frisurenwandel der Männerwelt in den vergangenen zwei Jahren anschaut, dann hat sich da unheimlich viel getan. Mittlerweile steht nicht nur die Frisur im Mittelpunkt, auch der Bart erlebt im Moment eine Revolution. Nur leider haben viele noch nicht wirklich viel von Bartpflege gehört. Und dann wird es richtig eklig. Ein Vollbart braucht unbedingt die richtige Form und Pflege für die perfekte Struktur. Das war der Startschuss für das Wiederaufkommen der Barbiere. Wer hätte gedacht, dass dieses Handwerk nochmals einen solchen Aufschwung erlebt? Mit der Erfindung des elektrischen Rasierapparates verschwanden nämlich erst die Bärte und dann die Barbiere. Mittlerweile bieten aber auch gute Friseure Bartpflege oder Rasuren an. Schließlich gehört es noch heute zur Friseurausbildung. Egal aber, wo ihr es macht – wenn es richtig gemacht ist, ist es Erholung pur. Probiert es mal aus. Ihr werdet es lieben.

Eine gute Rasur dauert in der Regel zwischen einer halben und dreiviertel Stunde, ohne Haare schneiden. Das kann man entweder kombinieren oder auch einzeln in der Mittagspause mal machen. Beim Rasieren kommt es natürlich auch auf das richtige Handwerk und gute Produkte an. Ein reiner Barbier oder ein Friseur, der Rasuren anbietet, verwendet nur hochwertige Naturprodukte. Der Schaum beispielsweise, der bei euch aus der Dose kommt, hat viele chemische Zusätze und daher mit einem Naturprodukt nicht mehr viel zu tun. Wir schäumen noch echte Seife mit einem Pinsel auf. Die Klinge ist jedes Mal neu und unbenutzt. Wer einmal eine professionelle Rasur genossen hat, der wird meistens zum Wiederholungstäter. Am Ende muss aber jeder natürlich selbst entscheiden, ob ihm dieser Wohlführfaktor wichtig ist. Probieren sollte man es aber mal!

Zu den weiteren Artikeln aus der 3. Ausgabe 2016