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GentsBox | Im Interview mit Christof Sage
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Im Interview mit

Christoph Sage

Er hatte sie schon fast alle vor seiner Linse. Mit vielen VIPs ist Christof Sage mittlerweile per Du und teilweise sogar befreundet. In der Masse der Fotografen auf den roten Teppichen dieser Welt steht er zumindest vom Kleidungsstil den Prominenten um nichts nach. Und dafür mögen sie ihn. In GENTS erzählt er, wie er zu seinem Stil gefunden hat, den er selbst als verrückt bezeichnet.

GENTS: Christof, du bist einer der bekanntesten Promi-Fotografen in Deutschland und wohl auch der bestgekleidete Fotograf. Woher kommt deine Liebe zur Mode?

Christof: Tja, das ist eine gute Frage. Da fällt mir spontan etwas dazu ein. Ich bin ja auch mit Henry Maske befreundet. Und er hatte immer E-Mails an mich geschrieben: „Viele Grüße an den bestgekleideten Fotografen Deutschlands.“ Das hat mir immer sehr gefallen. Es gibt auch viele Fotos von uns. Immer wenn er mich sieht fragt er mich, wo ich die heißen Sakkos her habe. Ich kaufe ja meistens auf meinen Reisen in der ganzen Welt ein. Aber es hat mir schon immer viel Spaß gemacht, gut gekleidet zu sein. Genauso habe ich einen Faible für Schuhe. (zeigt ganz stolz seine Schuhe) Solche hat auch nicht jeder. Die habe ich mir kürzlich erst in Essen gekauft. Die Liebe zur Mode hat irgendwann mal angefangen. Keine Ahnung wann, ist aber sicher schon 25 Jahre her. Es war mir einfach immer wichtig, gut gekleidet zu sein. Ich habe die ersten 14 Jahre  „Wetten, dass..?“ fotografiert. Die Sendung gibt es ja leider nicht mehr. Irgendwann mussten sich die Kameraleute umgewöhnen, weil der damalige Produktionschef vom ZDF sagte: „Schaut mal, wie der Fotograf angezogen ist. Künftig könnt ihr euch daran orientieren. Also nicht mehr in Schlabberhosen und Turnschuhen. In den vordersten Reihen zahlen die Leute viel Geld und ihr rennt die ganze Zeit in deren Sichtfeld umher. Dann solltet ihr wenigstens gut aussehen.“ So hat man das wegen mir dann mal umgestellt.

GENTS: Du bist modisch weniger der Standard-Typ. Dich reizen eher ausgefallene Klamotten. Wieso?

Christof: Ich ziehe mich einfach gern außergewöhnlich an. Ich trage gerne Sakkos, die keiner hat. Ich möchte keinen Anzug von der Stange, denn so läuft jeder rum. Ich habe einfach meinen ganz eigenen Stil. Daher kaufe ich manchmal Sakkos von total unbekannten Marken. Mir muss es gefallen. Ich will mit eher ausgefallenen Klamotten auch gar nicht polarisieren. Ich finde es einfach gut. Aber ich falle natürlich dadurch auf. Dann fragen alle immer: „Guck mal, wo hat der denn das wieder gekauft?“ Wenn ich mir jetzt einfach mal die letzten Jahrzehnte anschaue, dann ist seit 20 Jahren Kai Ebel in der Branche der einzige Verrückte, der wie ich, solche Klamotten trägt. Wenn ich ihn mal im TV sehe und er wieder ein verrücktes Hemd anhat, dann denke ich mir meistens, dass hätte ich mir auch gekauft.

GENTS: Wann hat deine Liebe zur Mode begonnen?

Christof: Also es gab glaube ich keine Zeit, in der ich „normal“ angezogen war. Vor 40 Jahren haben ja viele dann schon Jeans getragen. Das war total im Trend. Ich war damals schon gegen den Trend und war der einzige, der fast nur Cord-Hosen getragen hat. Ich hatte Cord-Hosen in sämtlichen Farben. Heute trage ich natürlich auch mal Jeans. Aber früher wollte ich etwas Besonderes tragen.

GENTS: Welche Rolle spielt Mode heute in deinem Leben?

Christof: Ob Mode bei mir eine wirkliche Rolle spielt, weiß ich gar nicht. Ich shoppe eben gerne. Ich bin ja unheimlich viel unterwegs. Und egal in welchem Land ich bin, das erste ist immer, dass ich dort, wo ich angekommen bin, erst mal in einen Schuhladen muss. Ich kaufe fast in jedem Land Schuhe. Das ist mittlerweile schon richtig zur Sucht geworden. Somit spielt also eher die Schuhmode eine Rolle. Aber natürlich interessiert mich auch der Rest. Wenn ich in Italien bin, schaue ich zuerst, wo es einen Herrenladen gibt. Wenn mir im Schaufester schon etwas gefällt, dann gehe ich hinein. Ich laufe aber auch an vielen Geschäften vorbei, in denen mir nichts gefällt. Ich bin eben immer auf der Suche nach etwas Außergewöhnlichem. Okay, Mode spielt wohl doch eine wichtige Rolle in meinem Leben (lacht).

GENTS: Für viele Männer sind Accessoires ja nicht immer so wichtig. Welche Bedeutung haben für dich Accessoires?

Christof: Ich meine für mich spielen Einstecktücher eine große Rolle. Ich trage sehr gerne Schals. Besonders, wenn es jetzt wieder kühler wird. Ich trage auch schon immer gerne Anstecknadeln. Die meisten Männer tragen leider keine Accessoires. Wenn ich mir die Männer immer so anschaue, dann sind die meisten sehr konservativ angezogen. Die haben einen Anzug an und mehr geht irgendwie nicht. Ich ziehe gerne Kombis an. Andere Hose, anderes Sakko und dazu verschiedene Accessoires. Männer sollten sich einfach mal mehr trauen. Für viele ist ja schon ein Einstecktuch zu viel. Es gibt Bedarf ohne Ende.

GENTS: Wenn man nach deiner Schuhsammlung geht, könntest du auch eine Frau sein. Wie viele Schuhe hast du?

Christof: Ich habe Minimum um die 150 Paar Schuhe. Eher 200 Paare. Da habe ich mittlerweile den Überblick verloren.

GENTS: Wie viele davon hattest du noch nie an?

Christof: (lacht) Bestimmt 10 Paare. Ich hatte letztens wieder welche in der Hand, bei denen die Sohle noch unbenutzt war. Da fällt mir dann immer auf, dass ich sie noch nie getragen habe. Ich komme auch oft nicht dazu. Ich kaufe ja meistens die Schuhe, die mir gefallen. Und wenn das Sommerschuhe sind, muss es dafür ja auch Sommer sein. Ich war im letzten November in Kasachstan. Da habe ich mir gefütterte halbhohe Schuhe gekauft. Die bekommst du hier in Deutschland nicht. Zumindest nicht in „schick“. Und in Kasachstan habe ich einen Laden gefunden, der nur halbhohe gefütterte Männerschuhe hatte. Sowas gibt’s bei uns nicht. Und wir frieren doch alle im Winter. Ich hätte da gleich 10 Paar kaufen können.

GENTS: Welche Art Schuhe gefallen dir am besten?

Christof: Mir gefällt alles, was nicht ganz so normal ist und es sollte einfach elegant sein. Wenn man sich in Deutschland umschaut, da haben viele Treter an, die grausam sind. Manche haben handgemachte Schuhe, die eigentlich nicht schlecht gemacht sind, sie sind aber dann für den Anzug, den sie tragen, einfach zu klobig. Wenn ich mir so manche Persönlichkeiten anschaue – die denken, sie kaufen einen teuren Designer-Schuh für 1.000 Euro und sind damit gut angezogen. Aber wenn man sich dann das gesamte Erscheinungsbild anschaut, passt es alles nicht zusammen. Manchmal werden Schuhe nur gekauft, weil sie teuer sind. Und genau das muss nicht sein.

GENTS: Beschreib dein Lieblingspaar Schuhe!

Christof: Mustermix oder eine tolle Prägung, vielseitig tragbar und bequem. Oder ganz elegant schwarz Lack.

GENTS: Wo holst du dir deine Inspirationen?

Christof: Ich bin da eher so, dass ich ständig schaue. Und wenn mir etwas gut gefällt, dann kaufe ich es. Ich bin eben so ein alter Schaufenster-Gucker. Wenn mir dort schon etwas gefällt, ist der Laden für mich interessant und ich muss unbedingt rein.

GENTS: Was meint deine Partnerin zu allem?

Christof: Die findet es klasse. Die kennt mich ja auch sehr gut. Manchmal muss ich aber auch vor ihr den einen oder anderen Kauf verheimlichen. (lacht) Ich bin vor kurzem wieder mal nicht an einem Schuhladen vorbei gekommen. Dort kam ich dann mit vier Paar Schuhen wieder raus. Im Hotel habe ich ihr nur zwei Paar gezeigt. Zuhause dann erst die anderen zwei Paar. Sie fand sie aber zum Glück alle gut.

GENTS: Wie viele Schränke füllst du mittlerweile?

Christof: Also ich habe zwei ganze Zimmer nur für mich. Und im Keller ein paar Schränke mit den Klamotten, die schon älter sind. Und dort habe ich letztes Jahr 60 Sakkos aussortiert. Die hat meine Mutter einem Flüchtlingsheim gespendet.

GENTS: Wo kaufst du gerne ein?

Christof: Meine Lieblings-Boutique ist „Typhoon Fashion“ in Los Angeles in der Melrose Avenue. Wenn ich dort bin, fahre ich in der ersten freien Minute hin. Es gibt dort immer wieder ausgefallene Klamotten und vor allem nicht wirklich teuer. Übrigens kaufen sehr viele Stars auch ihre Klamotten in diesem Geschäft.

GENTS: Wie reagiert dein Umfeld auf deinen Modegeschmack?

Christof: Relativ positiv. Eine Amerikanerin hat mal komisch reagiert. Da hatte ich einen pinkfarbenen Schal an. Die hatte mich etwas verwirrt angeschaut. Aber sonst finden es eigentlich die meisten gut. Die wissen auch, dass ich so bin, wie ich bin, würden sich aber selbst nie so kleiden.

GENTS: Was rätst du Menschen, die modisch unsicher sind?

Christof: Es gibt Stilberatungen. Oder aber das Internet. Dort kann man heute viel zum Thema Mode finden. Ihr veröffentlicht auf eurer Seite ja auch immer viele Tipps und Looks. Daran kann man sich ganz einfach orientieren. Schlussendlich muss man aber auch mutig sein und mal andere Stile ausprobieren.

GENTS: Was hältst du vom GentsBox®-Konzept?

Christof: Also ich bin ja ein großer Befürworter von allem, was Männern in Sachen Mode auf die Sprünge hilft. Accessoires in diesem Stil anzubieten, wie ihr das macht, finde ich grandios. Man bekommt eben immer ein komplettes Paket. Und es passt alles zusammen. Da sollten auch die Firmen mal Vorreiter sein und so etwas ihren Mitarbeitern oder Kunden schenken. Dann sehen alle vielleicht viel schneller besser aus. Nein, Spaß beiseite. Für Männer, die keine Zeit haben oder nicht richtig wissen, was zusammenpasst, ist GentsBox® ideal. Und nicht überteuert, wie viele andere Dinge.

Vielen Dank Christof Sage für das Gespräch!

Zu den weiteren Artikeln aus der 3. Ausgabe 2016