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GentsBox | Im Interview mit Mr. Ash
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Im Interview mit

Mr. Ash

Mode ist seine Leidenschaft. Auch, wenn er das selbst erst später erkannt hat. Jetzt hat sich Mr. Ash alias Ashkan Yousefi Darani einen Traum erfüllt. In seinem Tailor Store im Stuttgarter Westen bietet er Männern ein echtes Mode-Erlebnis. In GENTS erzählt er, was Männern wichtig ist und was seinen Store so besonders macht.

GENTS: Du hast in Stuttgart den „Mr.-Ash-Store“ eröffnet. Was macht deinen Laden besonders?

Mr. Ash: Der Mr. Ash Tailor Store ist kein typisches Bekleidungsgeschäft. Anzüge, Hemden und Westen gibt es nur auf Maß – von der Stange findet man hier nur Accessoires.

Generell ticken die Uhren bei Mr. Ash etwas anders. Unter einer Stunde läuft ein Herr selten aus dem Store – möchten sie in der Regel auch gar nicht.

GENTS: Warum dauert es bei dir länger?

Mr. Ash: Weil der Prozess des Zusammenstellens relativ aufwändig ist. Man kann vom Stoff über den Knopf, bis hin zum Innenfutter alles selbst bestimmen. Deswegen nimmt das eine gewisse Zeit in Anspruch.

GENTS: Wie muss man sich einen Besuch bei dir vorstellen?

Mr. Ash: Ein Hemd geht immer schneller, aber in der Regel braucht man 1 bis 2 Stunden. Der Kunde kommt rein, man lernt sich erst mal kennen. Man bespricht bei einem Kaffee, was genau gewünscht ist und welche Bedürfnisse der Kunde hat. Dann wird das Obertuch ausgewählt, also der Stoff. Das dauert etwas, bis man zusammen den perfekten Stoff gefunden hat. Weiter geht es dann mit dem Aufbau des Anzugs. Die Form des Revers, die Anzahl der Taschen, die Rückenschlitze, die ganzen kleinen Details, die natürlich ebenfalls wichtig sind. Im Anschluss geht’s um die farblichen Akzente. Innenfutter, Knöpfe, Knopfloch, Garn und die Bestickung im Anzug. Zu guter Letzt wird der Träger des Anzugs noch komplett vermessen.

GENTS: Warum gerade ein Store mit Maßanfertigungen?

Mr. Ash: Weil ich ein Problem für viele Männer gesehen habe. Ich habe es selbst erlebt. Wenn ich ein Hemd oder einen Anzug von der Stange kaufen wollte, dann hat mir nie so richtig etwas gepasst. Und bei einem Anzug geht es im Grunde ja nur um die Passform. Ob da ein schönes Label drin ist oder nicht, sehe ich in erster Linie nicht. Ich sehe nur, ob der Anzug gut sitzt. Und da wollte ich einfach genau diese Nachfrage befriedigen.

GENTS: Zu dir kommen mittlerweile ja auch Prominente. Wer war schon bei dir?

Mr. Ash: Vor kurzem war ich erst bei Jérôme Boateng. Er hat etwas Besonderes gesucht. Er wollte nichts von der Stange, sondern etwas, was speziell für ihn gefertigt wurde. Jérôme hat eine tolle Figur, er ist ja Fußballer, hat aber dadurch auch sehr breite Oberschenkel. Eine ganz andere Körperform als Männer, die keinen Leistungssport betreiben. Und dem passt einfach ein Anzug von der Stange nicht. Er hat also im Grunde die gleichen Bedürfnisse und schätzt auch die intensive Beratung. Ich selbst mache nur vier Termine am Tag, bei jedem plane ich zwei Stunden ein und die schöpfen wir auch meistens aus.

GENTS: War es schon immer dein Traum, einen eigenen Laden zu eröffnen?

Mr. Ash: Der Wunsch nach Selbstständigkeit und kreativer Freiheit war schon immer da. Spätestens nach dem Abitur stand für mich fest: Mein eigenes Unternehmen möchte ich gründen bevor ich 30 bin. Mit 28 habe ich den Traum wahr gemacht.

GENTS: Du warst vorher in einer ganz anderen Branche tätig. Warum jetzt Mode?

Mr. Ash: Ich habe schon immer Wert auf meine Kleidung gelegt. Ob es nun in den 90ern die farblich abgestimmten T-Shirts zu den Nike-Sneakern waren oder heute die passenden Socken zur Krawatte – meine Kleiderwahl habe ich nie dem Zufall überlassen. Jetzt habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht. Seitdem arbeite ich nicht mehr.

GENTS: Es gibt mittlerweile ja in jeder Stadt einige Stores, die maßgeschneiderte Anzüge anbieten. Dein Konzept ist allerdings anders. Was hat dich inspiriert, es genau so umzusetzen?

Mr. Ash: Die Idee zu Mr. Ash kam mir während meinem 1-jährigen Aufenthalt in Atlanta. Dort entsteht beim Einkaufen ein ganz anderes Lebensgefühl. Es wird geradezu zelebriert. Der stationäre Einzelhandel weiß vom Konkurrenzdruck der Online-Shops. Viele Ladengeschäfte haben das erkannt und ihr Store-Konzept revolutioniert. Das Einkaufen wird dort zum Erlebnis. „Open Livingroom“ nennt sich mein Konzept. Der Besucher hat weniger das Gefühl ein typisches Modegeschäft zu betreten, als vielmehr ein nostalgisches Herrenzimmer mit gemütlichem Ambiente zu erleben.

GENTS: Viele Männer werden beim Kauf eines Anzugs falsch beraten. Worauf kommt es bei einem gut sitzenden Anzug an?

Mr. Ash: Männer sind mehr als ihre Kragenweite. Die Konfektion geht immer vom Durchschnittsmann aus. Aber welcher Mann ist schon durchschnittlich, vor allem wenn es um die Passform geht? Bei einem gut sitzenden Anzug sollte nichts außer dem harmonischen Gesamtbild in den Vordergrund treten. Ein Anzug sollte nicht den Mann tragen, sondern der Mann den Anzug.

GENTS: Welche Schnitte liegen derzeit im Trend und wieso?

Mr. Ash: Der „Mid-Century“-Stil ist in diesem Jahr besonders im Kommen. Zweireiher, Bundfaltenhosen und Hosenträger bekommen frischen Wind. Pin-Stripes und Window-Pane-Muster werden wir wieder häufiger in den Büros sehen. Allgemein gilt: Mann muss sich wohlfühlen.

GENTS: Welche Stoffe und Farben sind besonders im Sommer gut geeignet?

Mr. Ash: Für die wenigen warmen Monate empfehle ich ein leichtes Kammgarn-Tuch. Die Farbwahl sollte nicht zu dunkel ausfallen. Helle Blau- und Grautöne und Accessoires in sommerlichen Farben sind nie verkehrt.

GENTS: Wie schätzt du die deutsche Männermodewelt ein?

Mr. Ash: Männer kleiden sich meist noch eher bequem und praktisch. Ein Wandel ist bereits deutlich zu sehen. Das Alter oder die Berufsgruppe spielen dabei keine Rolle. Vom Studenten bis zum Bankvorstand kleiden sich die Männer gezielter und besser zugeschnitten auf die eigene Person.

GENTS: Wie wichtig sind für dich und deine Kunden Accessoires?

Mr. Ash: Sorgfältig ausgewählte Accessoires vervollständigen jedes Outfit. Es muss nicht immer eine Krawatte sein, aber das Einstecktuch gehört in jedes Sakko. Bunte Socken, Armbänder und Hosenträger lockern selbst den strengsten Anzug auf.

GENTS: Wie findest du GentsBox?

Mr. Ash: Die GentsBox ist das perfekte Instrument, um Shoppingmuffeln und Pragmatikern die nötige Frische in die Kleiderschränke zu bringen. Also eine Art persönlicher Stilberater.

Vielen Dank Mr. Ash für das Gespräch!

Zu den weiteren Artikeln aus der 2. Ausgabe 2016